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Neulich in der Kasa: Lichtblicke

„Erst im Dunkel sehen wir den Lichtblick. Erst in der Nacht sehen wir die Sterne leuchten.“ Dieser Spruch spricht wohl vielen Menschen aus der Seele, auch wenn die kleinen Lichtblicke für viele, die zu uns in die Beratung kommen, eher schwer zu erkennen sind. Wir in der KASA haben uns dazu mal wieder Gedanken gemacht und sind dabei auch über ein Zitat von Bertold Brecht gestolpert, der in seiner „Dreigroschenoper“ folgendes zum Ausdruck bringt:

„..denn die einen sind im Dunkeln und die andern sind im Licht.

Und man siehet die im Lichte, die im Dunkel sieht man nicht.“

Was ist nun mit den Lichtblicken derer, die sich nicht auf der Sonnenseite des Lebens befinden?

Dieses Jahr musste ich selbst erleben, wie es ist im Dunkeln zu stehen, als eines frühen Morgens bei mir zu Hause das Telefon klingelte und die Anruferin mir mitteilte, dass meine Tochter einen schlimmen Verkehrsunfall gehabt habe und nun schwer verletzt in einer Klinik in Neuseeland liegen würde. Mittlerweile ist fast alles wieder gut und die Tochter ist auch wieder zu Hause, doch die Dunkelheit, die mich umgab, werde ich so schnell wohl nicht wieder vergessen. Aber eine Sache werde ich noch weniger vergessen: nämlich all das Gute, das ich in dieser Zeit erlebt habe. Lichtblicke in Form von Menschen. Menschen, die für mich da waren, Menschen, die zugehört und für uns gebetet haben. Das waren die Lichtblicke im Dunkeln, die Sterne in der Nacht. Von den Ratsuchenden, die zu uns in die KASA kommen, haben die meisten keinen Menschen an ihrer Seite. Die soziale Verarmung geht mit der finanziellen oft häufig Hand in Hand. Welche von beiden nun schwerer zu ertragen ist, möchte ich an dieser Stelle einfach einmal offen lassen. Wir in der KASA versuchen möglichst alle Bereiche der Armut abzudecken, doch berührt es uns jedes Mal sehr, wenn wir, die Sozialarbeiterinnen in der Beratungsstelle, die einzig möglichen Gesprächspartner sind. Während eines Gottesdienstes wurden wir Mitarbeiterinnen der KASA einmal als „Bodenpersonal Gottes“ bezeichnet. Doch gutes Bodenpersonal braucht es an allen Ecken und Enden, das könne wir alle sein und viele sind es bereits. Viele schenken ein Ohr und einen Teil ihrer Zeit. Viele schauen hin, anstatt weg.

Im Johannes Evangelium 12/46 sagt Jesus: „ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe“

In diesem Sinne: lasst uns nicht wegschauen, wenn es unserem Nachbarn schlecht geht. Lasst uns zuhören und unsere Zeit schenken. Lasst uns ein Lichtblick sein im Dunkeln und ein Stern in der Nacht.

 

Andrea Dehler

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