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Einfach menschlich. Von Menschen und Süchten

Rund 2000 Besucher haben die Ausstellung in der Uni am Sanderring zum Thema Sucht besucht. Foto: Thomas Obermeier 

Schon zum zweiten Mal machte die Wanderausstellung „Einfach menschlich. Von Menschen und Süchten“ in Würzburg Halt. Vom 15. bis noch zum 25. November kann die 200 Quadratmeter große Rauminstallation im ersten Stock der Neuen Universität am Sanderring besucht werden.

Vor über 18 Jahren wurde die Ausstellung von Süchtigen und Angehörigen des Regensburger Vereins Suchtprävention und Genesung e.V. erstellt. Die Suchtpräventionsfachstelle der Stadt Würzburg in Trägerschaft des diakonischen Werks hatte sich nun im Jahr 2016 zum zweiten Mal dafür eingesetzt, die Ausstellung nach Würzburg zu holen. Finanzielle Unterstützung bekam sie dafür von Seiten der Stadt Würzburg und der Krankenkasse DAK, während die Universität kostenfrei den Standplatz zu Verfügung stellte.

Die interaktive Installation ist für Süchtige, Angehörige und Interessierte ab 16 Jahren geeignet.

Selbstständig können verschiedene Stationen durchlaufen werden: Ein Gang, der die häufigsten Fragen zum Thema Sucht beantwortet, ein Tunnel, der den Weg in die Sucht beschreibt und verschiedene Auswege bietet, sowie lebensgroße Standfiguren, die aufzeigen, wie sich ein süchtiger Mensch mit der Zeit verändert. In allen Bereichen wird um Abstand gebeten, sodass für jeden einzelnen Besucher Privatsphäre gegeben ist.

Ausstellungsleiter Klaus Haschberger liegt besonders der Raum zum Thema Co-Abhängigkeit am Herzen. „Im Gegensatz zu anderen Ländern herrscht in Deutschland zur Co-Abhängigkeit großer Aufklärungsbedarf“, weiß Haschberger. Hierbei geht es um das sogenannte gut gemeinte falsche Helfen. Studien zeigten, dass neun von zehn Angehörigen einspringen, sobald der Süchtige einen Ausfall hat, seien es Geldsorgen oder gesundheitliche Probleme. Schuld ist auch unsere Gesellschaft, die heute immer noch das Thema „Sucht“ tabuisiert. „Wir könnten viel weiter sein, als wir jetzt sind“, sagt Haschberger und ist gleichzeitig stolz auf die Erfolge, die mit der Ausstellung bereits erzielt werden konnten.

Ziel ist es, die Gesellschaft für das Thema „Sucht“ zu sensibilisieren. Es geht in der Ausstellung nicht nur um Selbsterkennung, sondern um das „Aufmerksamwerden“. Zu diesem Zweck steht eine große Auswahl an Flyern bereit, die den Weg zu den richtigen Anlaufstellen weisen. Eine große „Hilfe-zur-Selbsthilfe-Wand“ bietet weitere Informationen zu den verschiedensten Süchten, während sogenannte Selbsthilfebögen zur Mitnahme ausliegen.

Klaus Haschberger ist von der positiven Resonanz in Würzburg begeistert. An die 2000 Besucher kamen, um die Installation zu durchlaufen, von denen 900 eine Führung des Ausstellungsleiters besuchten. Vor allem Schüler seien nach dem Durchgang sehr betroffen, sagt Haschberger, der in einer Abschlussrunde mit den Jugendlichen die Themen „Alkohol“ und „Drogen“ diskutierte. Als ehemals Betroffener weiß er, dass besonders Angehörige hier die Hilfe finden können, die sie schon lange brauchen. Aufgrund der großen Nachfrage und des positiven Feedbacks kommt Würzburg in den nächsten Jahren eventuell wieder als Standort in Frage.

Quelle: Main Post, 28.11.2016 Th. Obermeier

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